Pure Spieletest

Ist es ein Spiel das mn haben muss oder sollte man sein Geld lieber für was anderes Verschwenden?Hier der Spieletest
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Pure wurde von den Black Rock Studios entwickelt, die in der Vergangenheit unter anderem für die ATV-Offraod-Reihe zuständig waren. Auch in Pure schicken sie den Spieler wieder mit Quads auf die Rennstrecke. Allerdings haben sie in Sachen Tempo, Grafik und
Steuerung deutlich nachgebessert.
Kernstück des Spiels ist die Welttour, die aus mehreren Schauplätzen mit einer Handvoll Events besteht. Bevor das erste Mal Gas gegeben werden darf, gilt es allerdings, ein Quad zusammenzubasteln - eine durchaus komplexe Aufgabe. Von der Bremse und Bereifung bis hin zu Sitz und Griffen kann jedes Teil einzeln bestimmt, lackiert und teilweise auch noch mit Stickern versehen werden. Das Ganze hat übrigens nicht nur Auswirkungen auf die Optik, sondern auch aufs Fahren. Die Quads können wahlweise eher wie Renngefährte oder wie Freestyle-Maschinen designt werden. Gerade im späteren Spielverlauf, wenn sich der eigene Fuhrpark vergrößert, ist es unbedingt notwendig, je nach Wettbewerb unterschiedliche Quadtypen zur Verfügung zu haben.
Wem all das zu aufwendig ist, dem kann per Knopfdruck geholfen werden. Die Software erstellt dann automatisch ein fahrbereites Quad, und das Rennen kann beginnen. Überhaupt legt Pure Wert auf einfache Zugänglichkeit und intuitive Bedienung, was vor allem beim eigentlich recht komplexen Tricksystem zum Tragen kommt. Pure ist nämlich kein reines Rennspiel. Zwar geht es durchaus darum, die Kurse zu kennen, Abkürzungen zu nutzen und im Gebirge, der Wüste oder im Wald in Wettbewerben wie Sprint oder Freestyle neue Bestzeiten zu fahren. Erfolg wird aber nur der haben, der jeden Sprung über eine Klippe oder Kuppe auch zu einem Stunt nutzt. Von denen gibt es gleich mehrere Kategorien mit unterschiedlicher Dauer und Qualität.
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Im kurzen Tutorial wird das System erklärt: An möglichst jedem Absprungpunkt muss der Quad so hoch wie möglich in die Luft gebracht werden, um Zeit für die Stunts zu gewinnen - die meist einfach durch Drücken eines Knopfes und gleichzeitiges Halten des Sticks in eine Richtung ausgeführt werden. Erfolgreiche Stunts laden eine Boost-Leiste auf und ermöglichen komplexere Stunts, die wiederum mehr Boost-Kraft mit sich bringen. Per Knopfdruck darf dann ein Geschwindigkeitsrausch aktiviert werden. Wer den exzessiv nutzt, muss allerdings erst wieder kleine Tricks ausführen, um die komplexeren Sprünge und Salti zu ermöglichen, was eine Prise Taktik mit in den Rennablauf bringt. Nur durch kontinuierliches Ausführen von Geschicklichkeitseinlagen wird also sichergestellt, dass die aufwendigen Drehungen und Sprünge ebenso beständig abrufbar sind wie das Extra-Tempo.
Obwohl sich Pure mit ein paar Runden Einübungszeit recht problemlos steuern lässt und einen deutlichen Fokus auf Arcade setzt - die Sprünge und Drehungen des Fahrers auf dem Quad sind ebenso wenig realistisch wie die Kollisionsabfrage -, ist das Meistern gerade späterer Rennen alles andere als einfach. Die Konkurrenz fährt äußerst aggressiv, und gerade bei komplexeren Stunts ist eine gelungene Landung nicht gerade selbstverständlich. Wer stürzt oder von der Strecke abkommt, muss zudem mit ansehen, wie ein Großteil des Fahrerfeldes geschlossen an einem vorbeizieht; da hilft nur Üben und das Zusammenbasteln optimierter Quads, die sich dank beständig neu freigeschalteter Zubehörteile auch immer besser abstimmen lassen.
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Neben der einfachen Zugänglichkeit und dem hohen Spaßfaktor ist es vor allem die Technik, die Pure zu etwas Besonderem macht: detailreiche und pfeilschnelle Kurse, aufwirbelnder Sand und Schlamm, wunderbare Weitsicht. So schön sah bisher kein Geländerennen auf einer Next-Generation-Konsole aus. Die Konkurrenz wie etwa Motorstorm sieht da blass aus. Ebenfalls vorbildlich ist, dass es auf der Playstation 3 dem Spieler überlassen wird, ob er zur Verkürzung der Ladezeiten eine Festplatteninstallation möchte oder nicht. Davon abgesehen sind die Versionen für Xbox 360 und PS3 praktisch identisch - auch der Onlinemodus, mit dem sich 16 Fahrer gleichzeitig über die Berge und durch die Wüste hetzen lassen, ist beiden Konsolen gemeinsam.
Pure für Playstation 3 und Xbox 360 ist bereits im Handel verfügbar und kostet etwa 60 Euro. Die ebenfalls verfügbare PC-Variante (etwa 40 Euro) lag uns nicht zum Test vor.
Fazit:
Andere Fahrzeuge als Quads gibt es nicht, der Spielumfang ist begrenzt und dem Welttour-Modus hätten ein paar schöne Story-Zwischensequenzen durchaus gut getan. Trotzdem ist Pure das reinste Vergnügen: wunderschöne Ausblicke, rasante Dreckschlachten und waghalsige Stunteinlagen. Kaum ein Rennspiel der letzten Zeit hat sich so sehr auf reinen Fahrspaß konzentriert und kann gleichzeitig mit derart imposanter Optik aufwarten.
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