Prince of Perisa

Spieletest: Prince of Persia - Abenteuer mit der Freundin
Neues Design und neue Begleiterin für den Prinzen
Prinzessinnen retten ist eine Hauptbeschäftigung von Computerspielhelden. Auch im neuen Prince of Persia gibt es eine Prinzessin - allerdings ist sie dafür zuständig, auf den runderneuerten Prinzen aufzupassen.
Orientalische Paläste, prächtige Gewänder und weite Wüstenstriche: Wer bereits Abenteuer in früheren Prince of Persia erlebt hat - sei es in den ganz alten Titeln von Jordan Mechner oder in der Ubisoft-Trilogie -, der kennt solche Umgebungen bereits. Im jüngsten Prince of Persia gibt es allerdings vom Start an viel Neues zu entdecken. Sogar der Prinz ist jünger und kantiger, eher vorlaut als vornehm. Und er erstrahlt im frischen Zeichentrick-Look. Vor allem aber ist er von Anfang an nicht allein unterwegs, sondern hat eine Begleitung: Die junge und selbstverständlich ausnehmend hübsche Prinzessin Elika. Ihre Hilfe ist auch dringend nötig, schließlich hat der Gott der Dunkelheit Ahriman weite Teile des Landes mit Finsternis belegt.
Um wieder Licht ins landesweite Dunkel zu bringen, bereist der Prinz mehrere Welten mit zahlreichen Unterlevels. Wohin es ihn zuerst führt, entscheidet der Spieler: Gut eine halbe Stunde nach Spielstart kann er auswählen, welches von mehreren Zielen er zuerst angeht - zu linear ist das Spiel also nicht ausgefallen. Zu spannend allerdings auch nicht: Die Hintergrundgeschichte birgt wenig Überraschungen und noch weniger Höhepunkte.
Kletterkünstler - auch an sowas kommt der Herrschersohn hoch. |
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Das Gameplay allerdings ist derart fesselnd ausgefallen, dass die belanglose Story kaum negativ auffällt. Prinzipiell macht der Prinz das, was er auch früher schon gemacht hat - akrobatisch an Hindernissen vorbei durch die Level flitzen. Das sieht besser und flüssiger aus als je zuvor: Ein Sprung über einen Abgrund, ein Hangeln von Säule zu Säule, dann noch ein galanter Spaziergang an der Seitenwand entlang und schließlich ein Kraxeln an der Raumdecke - der Mann in Pluderhose ist in Topform. Besonders schön ist, dass alle Aktionen ohne große Probleme gelingen; meist reicht es, eine Taste im richtigen Moment zu drücken, um wunderschön aussehende und verzögerungsfreie Bewegungen aneinanderzureihen.
Die stärkere Betonung der Geschicklichkeitselemente sorgt zwangsläufig dafür, dass Kämpfe eine geringere Rolle spielen. Das Schwert zücken muss der Prinz aber weiterhin; und die Gefechte mit beeindruckend großen Boss-Kontrahenten sind ebenfalls wunderbar in Szene gesetzt. Ein paar Kombos hier, ein reaktionsschneller Knopfdruck da, und schon bezwingt er auch die monströsesten Widersacher. Ubisoft setzt diesmal anders als vorher auf Einsteigerfreundlichkeit. Die Aktionen des Prinzen in der Luft und im Kampf sehen schwieriger aus, als sie sind.
Schicke Effekte peppen die Grafik auf. |
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Noch aus einem weiteren Grund sorgt der Prinz diesmal seltener für Frustrationen als in der Vergangenheit: Begleiterin Elika ist nicht nur wortgewandt und mutig. Vor allem tut sie alles dafür, dass der Prinz nie stirbt. Hat der Spieler sich etwa bei einem Sprung vertan und ist auf dem Weg gen Abgrund, setzt Elika zum Sturzflug an und rettet ihn. Auch in den Kämpfen schaltet sie sich immer wieder helfend ein. Ihre Kräfte nehmen zudem im Spielverlauf zu: Sind genügend bunte Leuchtkugeln eingesammelt, die in den Levels verstreut liegen, lernt sie eine neue Fähigkeit hinzu, von der natürlich auch der Prinz profitiert. An bestimmten Stellen im Spiel sind besondere Aktionen möglich, etwa beeindruckende Klettermanöver oder gemeinsame Flüge durch die Luft.
Die Übersichtskarte im Spiel. |
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Gut zwölf Stunden dauert es, bis alle Levels wieder mit Licht durchflutet sind; die abwechslungsreichen und auf der Xbox 360 nur selten von Rucklern getrübten Grafiken präsentieren sich dabei nicht nur spektakulär und atmosphärisch gestaltet, sondern bieten auch eine beeindruckende Weitsicht. Neben der Version für die Microsoft-Konsole ist das Spiel auch für Playstation 3 und Windows-PC erhältlich. Am PC benötigt das Spiel eine CPU mit mindestens einem 2,6-GHz-Dual-Core-Prozessor. An Arbeitsspeicher verlangt es unter XP nach 1 GByte und unter Vista nach 2 GByte. Die Grafikkarte muss mindestens DirectX 9 und Shader Model 3 beherrschen, auf der Festplatte müssen noch 8 GByte an Platz frei sein. Das Spiel unterstützt auch am PC den Xbox-360-Controller - aber auch Maus und Tastatur funktionieren.
Auf Konsole kostet Prince of Persia um die 70 Euro, die PC-Fassung ist für rund 50 Euro erhältlich. Die USK hat das Programm ab zwölf Jahren freigegeben.
Fazit:
Die Story hätte spannender ausfallen können, das Einsammeln von Leuchtkugeln wirkt teils wie eine künstliche Spielzeitverlängerung, der Schwierigkeitsgrad ist überraschend niedrig. Trotzdem ist auch das neue Prince of Persia eine absolute Kaufempfehlung. Grandios inszenierte Geschicklichkeitspassagen, spektakuläre Kämpfe und die tolle Atmosphäre lassen in Kombination mit dem neuen Design nicht zu, dass sich Alterserscheinungen am Prinzen bemerkbar machen. Er wirkt im Gegenteil so frisch und mitreißend wie schon lange nicht mehr.
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